Integrale Bildung Wie könnten Erziehung, Bildung, Schule aussehen, wenn sie von einem integralen Bewusstsein getragen sind? - 27.09.2008

Die Tagung hat im Restaurant Linde Oberstrass in Zürich stattgefunden.

Tagungsleitung: Hans Schmid im Team mit Heinz Robert und Felix Siwek


Die Tagung bestand aus zwei Teilen:

1) einem Input mit dem Vortrag von Hans Schmid, dem Bericht aus der Praxis von Susanne Tobler und Filmfrequenzen vorbereitet
von Heinz Robert (am Vormittag)

2) einem Output in Form von thematischer Arbeit in kleinen Gruppen und
zusammenfassender Reflexion im Plenum (am Nachmittag)



Nach der Begrüssung und Vorstellungsrunde anhand der ausdrucksvollen Bilder,

hat Hans ein breites Spektrum und die Komplexität der integralen Bildung in einer klaren,

kompakten und informativen Form vorgetragen.

 


Dies kann in einer leicht gekürzten Version hier
heruntergeladen werden.



Theorie und Gesamtschau ist das eine – die Umsetzung in der Praxis das andere.


Aus integraler Sichtweise bedeutet das ein konkretes aktives Tun am eigenen Platz.

 


 

Ein eindrückliches Beispiel dazu bot die  Teilnehmerin Susanne Tobler,
Mitbegründerin der Monterana Schule in St. Gallen, die aus dem
Alltag einer Privatschule berichtete.

 

Mehr dazu auf der Webseite der Schule.



Es wurde auch auf andere Quellen mit den integralen Ansätzen im  
Bildungsbereich hingewiesen:

- die Elternlobby Schweiz
- der Verein Integrale Politik und

- der Freie Pädagogische Arbeitskreis.

Der dritte Teil des Inputs - integrale Bildung anhand eines konkreten Beispiels - hat die offene Gewalttätigkeit zur Sprache gebracht.

Das Team der Tagung entschied sich, die Teilnehmenden unvorbereitet und hautnah mit dem Thema zu konfrontieren. Heinz präsentierte den Anwesenden ein zusammengeschnittenes Video von kurzen Filmsequenzen, die Jugendliche mit ihren Mobiltelefonen aufgenommen hatten und verschiedene Szenen von einfachen Rangeleien in der Schule bis zu blutigen Schlägereien auf der Strasse zeigten. Dies hat eine starke Betroffenheit aller ausgelöst. Von einem Moment auf den andern „passierte Gewalt im Raum“, nahm „etwas“ überhand, das niemand beabsichtigt hatte, ungewollt, unkontrolliert.

 

Es spricht für die Qualität des Bewusstseins der Menschen an dieser Tagung, dass sich diese Gewalt-Energie nach einiger Zeit aufzulösen begann, dadurch dass das Thema im Raum bleiben durfte und Mitgefühl und Empathie für die Reaktion der einzelnen TeilnehmerInnen entstand. Und Mitgefühl für das, was schmerzhaft als kollektive Bürde bewusst wurde: Ein kollektiver Schatten.

 

Abschliessend griff Felix dieses Thema auf und stellte es in einen grösseren Rahmen. Der kollektive Schatten, der das Abgespaltene und Verdrängte des Wir-Bewusstseins beinhaltet, hat einen wesentlichen Einfluss auf unser Verhalten in jedem Lebensbereich. Er prägt deshalb auch das Bildungswesen stark. Dazu gehören die tabuisierten Themen, wie Machtverhältnisse (Dominanz, Herrschaft), kollektive Angst, Gewalt und andere. Für das Aufspüren der kollektiven Schatten und seiner Auswirkung soll die integrale Bildung so offen wie möglich bleiben.

Nach der Mittagpause und kurzer Meditation hat die Arbeit in vier kleinen Gruppen mit spezifischen Themen begonnen:

  • Integrale Schule als lernende Organisation

  • Bildung von Lehrpersonen

  • Integration und Gewalt

  • Integrale Elternbildung

Die Resultate dieser Arbeit wurden danach im Plenum vorgestellt und kommentiert. Die wesentlichen Merkmale der „Integralen Schule als lernende Organisation“ wurden benannt. Dazu gehören unter anderen: Selbstreflexion, allumfassende Verantwortung (in allen 4 Quadranten), sowie Förderung der Lebensfreude (Genuss, Lust, Körpergefühl)

In der Gruppe mit dem Thema „Bildung von Lehrpersonen“ wurden persönliche Eigenschaften von Lehrerinnen und Lehrer aufgezählt (Autonomie, Kompetenz, Altruismus und andere), sowie verschiedene Kriterien der Auswahl und Annahme der Kadidaten für diesen Beruf diskutiert. Als wesentliche Bestandteile der Ausbildung sollten auch Meditation und integrale Lebenspraxis berücksichtig werden.

Die Arbeit in der Gruppe "Integration und Gewalt" führte zum Vorschlag, "Schatten in der Familie über Generationen hinweg" zum Thema einer künftigen Tagungen zu machen.


"Integrale Elternbildung" war ein Thema, das viel metapherische Bilder und Assoziationen erzeugt hat.


Die Tagung ist mit einer holistischen Reflexion abgeschlossen worden:

Die integrale Bildung ist tatsächlich ein allumfassendes Thema, das auch eine zentrale Rolle
in der Bewusstseinsentwicklung und Evolution der Kultur spielt.