Integrale Kommunikation – Kollektive Weisheit - 16.08.2008

Ort: Im Restaurant Athen und Raum bei Veledes, Falkenplatz 1 in Bern.

Tagungsleitung: Felix Siwek im Team mit Esther Kamber und Hans Schmid.

Ziel der Tagung war, ...

  • Anhand gemeinsamer Erfahrung die Bedeutung von integraler Kommunikation und kollektiver Weisheit zu schärfen und zu vertiefen.
  • Uns selbst und die anderen noch besser kennen zu lernen

Alle Anwesenden haben sich durch ein Bild oder einen Gegenstand vorgestellt. Sie legten dabei ihren persönlichen Bezug zu Aspekten der integralen Kommunikation und kollektiven Weisheit offen.

Im anschliessenden Fragespiel stellte Felix konkrete Fragen zu persönlichen Eigenschaften und zu sozialem Verhalten. Die Teilnehmenden hatten sich für jede Antwort im Raum auf eine Seite zu stellen. Es war nicht immer leicht, sich klar für ein ja oder ein nein zu entscheiden. Ein paar Beispiele:

  • Nimmst Du Dich eher als introvertiert oder als extrovertiert wahr? Ergebnis 8:6.
  • Bist Du in Gesprächen eher aktiv (fragend) oder eher passiv (zuhörend)? Ergebnis: 8:6.
  • Empfindest Du Dich eher als zurückhaltend oder offen? Ergebnis: 3:11.
  • Hast Du eher Angst vor Freiheitsverlust oder eher keine Angst vor Freiheitsverlust? Ergebnis: 11:3

In der folgenden Übung erhielten die Teilnehmenden die Aufgabe, aus einer Liste fünf Eigenschaften der Kommunikation auszuwählen, die für sie persönlich am Wichtigsten sind. Am meisten Gewicht erhielten dabei folgende Eigenschaften:
Aufmerksam sein, offen und transparent sein, ganz im Hier und Jetzt sein, ganz bei sich sein, entspannt und angstfrei sein, ins Ganze hinein lauschen.

Daraus kamen ein paar Anregungen und Regeln für den Dialog zu Wort, z.B. Die Polaritäten von Innen und Aussen, vom Persönlichen und Unpersönlichem, von Gefühlen und Gedanken während des Dialogs zu berücksichtigen, zu integrieren und zu transzendieren.

Aufgrund dieser Regeln und Anregungen entstand die nächste praktische Übung im Plenum:

Alle wurden zu einem Gruppengespräch eingeladen, zu dem kein Thema vorgegeben war. Was heisst es beispielsweise, das Innere und Äussere mit einzubeziehen, zu integrieren, bzw. zu transzendieren? Sogar so etwas scheinbar Einfaches und beinahe Banales wie Aufmerksam-sein, sagt mir nicht viel, wenn ich gerade angespannt oder zerstreut bin. In solchen Situationen greifen wir gerne zu gewohnten "Tricks", wie z.B. eine Frage stellen, sich schnell mit jemandem in eine "Ping-pong"-Diskussion verwickeln, indirekt eine Struktur von den "Verantwortlichen" verlangen etc. Dies alles dient (unbewusst) dazu, die eigene Verantwortung für das Geschehen zu vermeiden, oder nicht zu riskieren, ins Unbekannte aufzubrechen. Das wäre ja beängstigend! Hans hat deswegen ein paar Mal mit seinem Glöckchen "interveniert". Allmählich liess jedoch die Spannung nach. Die Atmosphäre wurde lockerer, das Hin-und-her fliessender, das Hinlauschen spürbarer. Und schon war Zeit für die Mittagspause…

Der Dialog am Nachmittag nahm einen unerwarteten Verlauf: Nach kurzem Schweigen äussert Remigius folgendes: "Ein Junge kommt in die Mitte des Raumes. Er trägt nur eine Socke, und die hat ein Loch…" - Fragende Blicke richten sich auf den Sprecher. Keine Antwort. Wieder Schweigen. Bald danach nimmt jemand das "Rätselhafte" auf und spinnt die Geschichte weiter. In wenigen Minuten ist die ganze Gruppe daran, witzige, fantasievolle, wenn nicht "verrückte" Assoziationen beizutragen, so dass eine spontane und kreative "Gruppenarbeit" stattfindet.

In der Schlussrunde reflektierten die Teilnehmenden den Verlauf des Dialogs (vor allem die Nachmittagsrunde). Es war etwas Unerwartetes und Spontan-Spielerisches entstanden. Da war ein "Gruppengeist" am Werk, der durch uns Einiges an "kollektiver Weisheit" hervorbrachte. Und es machte auch Spass.

Weitere Ressourcen:
Eine Literaturliste gibt die Möglichkeit, das Thema der Tagung zu vertiefen. Sie kann bei der Organisation bestellt werden.
Was Felix Siwek unter Integraler Kommunikation versteht, finden Sie im Hörbeitrag