Im Oktober vergangenen Jahres erschien das Buch Gott
9.0 von Marion und Werner Küstenmacher
und Tilmann Haberer. Die 3 Theologen zeigen darin auf, wie die
Gottesbilder auf den verschiedenen Entwicklungsstufen nach Spyral Dynamics
aussehen und wie sie sich von Stufe zu Stufe verändern und erweitern.
Dieses Buch gab dem Integralen Forum Schweiz Anlass,
ein Podiumsgespräch zum Thema „Gottesbilder in Bewegung – eine integrale Betrachtung“zu veranstalten. Gäste dieser Gesprächsrunde waren:, Pia Gyger, Sozialpädagogin,Psychologin und Zen Meisterin vom Katharinenwerk Luzern, Pfarrerin Verena Mühlethaler vom offenen St. Jakob Zürich, Pfarrerin Renate von Ballmoos von der Predigerkirche Zürich, Niklaus Brantschen, Jesuit, Zen Meister und langjähriger Leiter des lassalle-Hauses Bad Schönbrunn sowie Tilmann Haberer, Mitautor des Buches Gott 9.0, evangelischer Pfarrer und Leiter der „Münchner Insel“.
Zu Beginn der Diskussion forderte Moderator Heinz Robert die Gäste dazu auf, die Veränderung ihrer persönlichen Gottesbilder über die Jahre ihres Lebens dar zulegen.
In den Berichten aller Beteiligten konnten ähnliche Strukturen wiedergefunden werden. Bezeichnend für die Vermittlung der ersten Gottesbilder waren die Eltern. Ihre Art von Gott zu sprechen prägt sehr stark die Vorstellung von Gott in der Kindheit und Jugend. Im jungen Erwachsenenalter folgte dann bei allen die intellektuelle Auseinandersetzung mit Gott, was zwar eine Horizonterweiterung mit sich brachte, gleichzeitig aber auch viele neue Fragen aufwarf.
Sehr markant kam zum Ausdruck, dass Gottesbildern eine Begrenzung inne ist, die der Vielfalt von Gott in keiner Art und Weise gerecht werden kann. So erzählten die Gäste, wie ihr Gottesbild um ein Vielfaches erweitert wurde, als sie begannen sich mit Mysthik, Zen, Schamanismus oder Philosophie zu befassen. Gott wurde grösser, um viele Erfahrungen reicher, sodass sich abermals das individuelle Gottesbild wandelte.
Alle Podiumsteilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich darin einig, dass die Zukuft der Religionen im interreligiösen Dialog
beheimatet sein wird. Die Entwicklung geht hin zu einer pluralistischen Weltsicht (grüne Stufe), wo sich die verschiedenen Aspekte der grossen Weltreligionen ergänzen und somit helfen, die Vielfältigkeit Gottes erlebbar zu machen. Interreligiöser Dialog heisst aber gleichermassen, dass die Unterschiede der verschiedenen Religionen gefeiert werden dürfen, ohne dass darauf Krieg entsteht.
3.6.2011 JMH