Reise nach Holacracia - 20.11.2010

Ein Einführungsworkshop in Holacracy

Am 20. November fand in Olten der Workshop zum Thema Holacracy statt. Das Ziel dieser Veranstaltung war, den Interessierten die Methodik von Holacracy nach Brian Roberts näher zu bringen und an konkreten Beispielen aufzuzeigen, wie jeder einzelne Holacracy in seinem beruflichen und privaten Alltag anwenden kann.

Holacracy ist ein dynamisches Steuerungsmodell, welches Unternehmen helfen soll, im immer komplexer werdenden wirtschaftlichen Umfeld schnell und effizient auf Veränderungen reagieren zu können. Holacracy unterscheidet sich zu konventionellen Managementstrukturen im wesentlich durch 2 Punkte.

Anders als in demokratischen Prozessen, wird in Holocracy nach dem Konsentverfahren entschieden. Konsent bewirkt, dass am Ende des Entscheidungsfindungsprozesses alle wesentlichen Punkte in der Entscheidung berücksichtigt sind und alle Beteiligten dahinter stehen können. Konsent verhindert, dass Minderheiten überstimmt werden. Dies ist ein grosser Unterschied zur Demokratie, bei der eine Mehrheit darüber entscheidet, wie etwas gemacht wird. Um zu einer Konsententscheidung zu kommen, macht eine Person einen Vorschlag. Jedes Mitglied der Entscheidungsrunde hat anschliessend die Möglichkeit, Einwände gegen den Vorschlag einzubringen. Einwände müssen begründet, im Sinne der Firma geäussert werden und von gewichtiger Natur sein. In einem 2ten Schritt werden die Einwände gemeinsam angeschaut und diskutiert. Der ursprüngliche Vorschlag wird anschliessend so geändert, dass alle Beteiligten damit leben können. Es wird nicht erwartet, dass das Resultat das Optimum des Einzelnen abdeckt, sondern dass jeder sagen kann, dass er mit der getroffenen Entscheidung leben und so auch dahinter stehen kann.

Ein 2tes wichtiges Element von Holocracy sind die Kreise. Unter Kreisen versteht man Einheiten in einer Unternehmung, welche mit ihren Mitgliedern an einem Aufgabenbereich arbeiten. So wäre z.B die Forschungsabteilung ein solcher Kreis, die Logistik und die Produktion je ein weiterer. Alle diese Kreise sind Bestandteil von grösseren Kreisen, bis zum höchsten Kreis, der Firma. Die Kreise sind somit Holone, die in sich vollständig, aber gleichzeitig auch Teil eines grösseren Ganzen sind. Jeder Kreis arbeitet autonom und organisiert sich selbst, jedoch immer im Sinne des Ganzen, der Firma. Um eine transparente Kommunikation zwischen den einzelnen Kreisen sicher zu stellen, gibt es die so genannte Doppellinkverbindung zwischen dem über- und dem untergeordneten Kreis. Jeder Kreis wählt dafür einen Vertreter, der an den Führungssitzungen des über- oder untergeordneten Kreises teilnimmt. So wird gewährleistet, dass die Informationen nach oben und unten ungehindert fliessen können und nicht aus persönlichen Interessen gefiltert werden.

Mit verschiedenen praktischen Beispielen haben wir an diesem Tag die beiden Grundpfeiler von Holocracy erlebt. Im Gespräch wurden die Grenzen von Holocracy diskutiert, sodass wir am Ende eine Idee davon hatten, wie diese neuartigen Steuerungselemente im Arbeitsalltag umgesetzt werden können.

26.11.2010 JMH & CC