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Devipuram

21.02.2011 16:13:00

Vom 14. bis 25. Februar sind wir in Devipuram, einem abgelegenen Platz in einer bewaldeten Hügellandschaft. Hier lernen wir eine Lehre und Praxis des Sri Vidya kennen, die die Göttin als Manifestation und Energie des Universums verehrt. Das ist etwas Seltenes im sonst eher männlich geleiteten spirituellen Umfeld. Bereits durften wir bei Aurobindo die Bedeutung der Divine Mother erfahren. In Devipuram dürfen wir einer weiteren, diesmal einfacheren und sinnlicheren Facette der göttlichen Mutter begegnen.

In Devipuram sind die Feiern für die Öffentlichkeit noch sehr traditionell. Wir waren zur Einweihung eines Ganesh-Tempels eingeladen, die fünf Tage dauerte. Für uns bedeutete dieser Besuch ein kulturhistorischer Ausflug in die Wert- und Erscheinungsformen des blauen Mems, für westlich geprägte Menschen am ehesten zu vergleichen mit einem Hochamt in einer römischen Basilika.
Etwas Besonderes im Hinduismus Indiens scheint mir die Toleranz gegenüber verschiedenen spirituellen Linien mit deren vielfältigen Ausdrucksformen. Christentum und Islam des blauen Mems neigen aus meiner Sicht eher zu Dogmen, Ausgrenzungen und gelegentlich gar zur Nutzung von Gewalt. Wenn auch im Hinduismus das ab und zu passiert, so sind Toleranz und Gewaltfreiheit bei Hindus doch heilige Pflicht und gut spürbar.
Wir sind nicht nach Devipuram gereist, um nur solche alten Rituale zu erleben. Uns interessieren Meditation und Körperarbeit im Kontext dieser vielfältigen und sinnlich dargestellten Göttinnen. Wird der bewusste Fokus auf das Weibliche oder eher auf die All-Manifestation der göttlichen Mutter unsere Lebenspraxis verändern? Auf dem Meditationsprogramm stehen Yoga-Atem, Yoga-Stellungen, Mudras (Fingerstellungen), Yantren (geometrische Formen), die innere Verschmelzung mit der Göttin, innere Bilderwelt und Mantren.
Zu Beginn durften wir ein Heilungsritual besuchen, das uns tief berührt hat. Die Praxis wird uns weiter führen zur Ausdehnung unserer Körper, zum Gespür von Feinstofflichkeit und zum Aufbau und zur Lenkung von Energie.
Wir werden daran erinnert, dass wir nicht getrennt sind, weder vom Göttlichen noch von der Welt und werden eingeladen, uns neu wahrzunehmen.

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Erstellt von: Remigius Wagner
Kategorie:Reisen und BegegnungenForums Sache

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