Ich habe mir die öffentliche Podiumsdiskussion vom 1. Februar 2011 in Zürich angehört, wo sowohl Vertretungen der wichtigsten Schweizer Parteien (ohne Grüne) als auch jene der Lehrerschaft, der Eltern und der Pädagogischen Ausbildung miteinander ins Gespräch kamen.
Von Ausnahmen abgesehen, wo vor allem zu Beginn der Diskussion polarisierende Statements abgegeben wurden, von der grundsätzlich hohen Qualität der heutigen Schule bis hin zu ihrem gänzlichen Versagen, kam es doch zu einem Gespräch. Es ging wenig um parteipolitisches Gegeneinander; das persönliche sachbezogene Austauschen und Suchen nach Lösungen für anstehende Probleme überwog (unter anderem Harmonisierungsbemühungen, frühkindliche Schulung, Ausbildung der Lehrpersonen). So herrschte zum Schluss ein spürbarer Konsens in wichtigen Angelegenheiten, zum Beispiel:
Das Kind solle im Zentrum der Bildung sein
Frühkindliche Bildung solle als Angebot für alle Kinder zur Verfügung stehen
Kinder und Jugendliche sollen ihr persönliches Leistungspotential ausschöpfen können
Üben und Leistung seien unbestritten
Die Lehrer/innen-Ausbildung müsse vermehrt auch die Vorbereitung der Arbeit mit Erwachsenen einschliessen (Eltern, Kolleg/innen)
Der Lehrerberuf müsse (insbesondere für Männer) attraktiver gemacht und gesellschaftlich aufgewertet und Wertschätzung erfahren
Nur – sind dies nicht Dinge, die kein vernünftig denkender Mensch überhaupt in Frage stellen würde?
Wie unterschiedlich die Positionen tatsächlich sind, wird deutlich, wer den
SVP-Lehrplan und die
Reaktion von Forum Bildung genauer liest. Und nicht nur die Position, sondern auch die verwendete Sprache ist verschieden.
Spürbar wird hingegen auch mit der Stellungnahme von Forum Bildung und durch Gegen-überstellungen im SVP-Lehrplan, dass sich etwas tut in Richtung „integrale Bildung“, wenn…
nicht nur der einzelne Lehrende, sondern insbesondere die einzelne Schule grösseren Freiraum erhalten solle
es um die Lebenstüchtigkeit aller Kinder und Jugendlichen gehen müsse
die Schule mit einer Vielfalt von Familienformen und Erziehungsvorstellungen zu leben habe
von Alternativen zur Notengebung zwecks Selektion die Rede ist
Allerdings – tiefer liegende Zusammenhänge, die mit den Problemen an Schulen zu tun haben, finden (noch kaum) keine Erwähnung, weder in den erwähnten Papieren noch an der Podiumsdiskussion: Schulprobleme, die Gesellschaftsprobleme widerspiegeln.
Das
Positionspapier der IP (www.integrale-politik.ch) spricht sie an, wenn dort einleitend steht:
„Die Integrale Politik sieht zwei Handlungsansätze für eine Wandlung und Weiterentwicklung
im Erziehungs- und Bildungswesen:
Das Schaffen einer materiellen Grundlage durch das Gewähren einer garantierten Existenzsicherung für alle Mitglieder der Gesellschaft.
Ein grundsätzliches Umgestalten des Erziehungs- und Bildungswesens selbst, auf der Basis integralen Bewusstseins und des Wissens um die Gesetzmässigkeiten und Bedingungen menschlicher Entwicklung.“
2. Februar 2011, Hans Schmid
PS: Wer sich mehr mit der Thematik auseinander setzen möchte, findet nachstehend weitere Informationen bzw. Links:
Lehrplan 21HarmoS KonkordatLehrplan 21 und HarmoSSVP-LehrplanOffener Brief von Forum Bildung zum SVP-LehrplanIP-Positionspapier Bildung
www.forumbildung.chwww.integrale-politik.chwww.initiative-grundeinkommen.ch
Kommentare
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Erstellt: 15.10.2012 03:13:32
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Ich kann dem Autor des Artikels leider nur zutsimmen. Wohne seit 4 Jahren (beruflich bedingt) in Kf6ln. Es ist zwar richtig das man hier schnell Kontakt mit den Einheimischen findet (man hat mir damals die Veedelskneipen empfohlen) in dem man hier mit denen einen trinken geht (Kf6lsch natfcrlich!) Nur leider musste ich die Erfahrung machen, das hier in Kf6ln bei der Kontaktaufnahme alles erstmal nach der Masche willkommen, du bist mein bester Freund le4uft, solange man in der Kneipe einen mittrinkt, einen ausgibt, mitfeiert und vor allem sich nicht negativ fcber den FC (der FC mudf wohl hier so ne Art Religion sein, egal ob 2 Buli oder Regionaliga)und fcber Kf6ln an sich e4udfert. Vor allem ist das lustige das einen die Einheimischen (egal wieviel man am Abend vorher miteinander gefeiert und ausgegeben hat) am ne4chsten Tag nicht mehr kennen (Hab mehrfach die Erfahrung gemacht). Und da soll man sich hier heimisch ffchlen und Kontakte knfcpfen. nur was ist das ffcr eine Stadt? Leute kennen lernen indem man sich nur jeden Abend mehrere Kf6lsch reinkloppt und an den FC glaubt? Und diese Scheidf Kf6ln-Db4Dorf Feindschaft ..Leute, ich komm aus Frankfurt/Main, da gibts auch ne Feindschaft mit Offenbach. Doch trotzdem verstehen wir uns Hessen da besser als hier die Kf6lner mit den Rheinle4ndern (Scheinbar sind die Kf6lner der Meinung das Sie so eine Art Elite von NRW sind).P.S. Nicht das ihr glaubt, das ich keine Ahnung von den Kf6ln und Co habe. Ich hatte hier 2 Jahre ne gebfcrtige Kf6lnerin als Freundin.